1. Begründung des Projekts
2. Anliegen des Projekts
3. Stand des Projekts
4. Teilnahme thüringer Schulen am Projekt
5. Bemerkungen
Im nationalen PISA - Ländervergleich (PISA E) in Mathematik, Naturwissenschaften, Problemlösen und Lesen erreichte Thüringen den 4. Platz und liegt somit über dem ODEC-Durchschnitt. Gegenüber PISA 2000 ist somit auch im Bereich der naturwissenschaftlichen Kompetenz eine signifikante Verbesserung zu verzeichnen.
Die positiven Ergebnisse dürfen jedoch nicht über bestehende Defizite hinwegtäuschen. Seit einigen Jahren werden drei Hauptprobleme des naturwissenschaftlichen Unterrichts diskutiert: Das geringe Interesse von Schülern an Naturwissenschaften, die tendenziell negativen Einstellungen diesen Fächern gegenüber und das defizitäre Wissen über naturwissenschaftliche Inhalte.
Das Konzept Chemie im Kontext (ChiK) ist eine Antwort auf diese Sachlage.
Seit 1999 wird am IPN in Kiel in Zusammenarbeit mit den Universitäten Dortmund und Oldenburg die Entwicklung und Erprobung der Unterrichtskonzeption ChiK verfolgt. Sie soll dem Unterricht neue Impulse und neue Schwerpunkte verleihen. Kontexte sind in dieser Unterrichtskonzeption die komplexen, fachübergreifende angelegten, aktuellen. Lebenswelt bezogenen Fragestellungen. Ziel ist, die Sinnhaftigkeit der Beschäftigung mit der Wissenschaftsdisziplin einsichtig zu machen und die Handlungskompetenz der Schüler zu entwickeln. Das Konzept bezieht sich auf Anforderungen der nationalen Bildungsstandards und der einheitlichen Prüfungsanforderungen (EPA) und bietet Ressourcen für die Umsetzung.
Das Projekt Chemie im Kontext in Thüringen wird am Thillm durch die Referentin für Biologie und Chemie Frau Dr. Sabine Hild koordiniert.
Das Konzept basiert insgesamt auf folgenden drei Säulen:
| Chemie im Kontext | ||
|---|---|---|
| Weiterentwicklung des Chemieunterrichts | ||
| Kontextorientierung | Kumulative Entwicklung von Basiskonzepten | Erweiterung der methodischen Unterrichtsgestaltung |
Das Projekt favorisiert nicht die Einführung einer fertigen Unterrichtskonzeption. Vielmehr geht es um die gemeinsame und fortlaufende Weiterentwicklung des Chemieunterrichts.
Derzeit wird das Projekt "Chemie im Kontext" unter Leitung des IPN deutschlandweit als Implementationsprojekt (Phase II) weitergeführt.
| Phase I: | Gewinnung der Sets, der Setkoordinatoren und des Projektkoordinators; Bestimmung der Schwerpunkte und Absprache zum Verlauf |
| Phase II: | Mit Beginn des Schuljahres 2005/06 beginnt der Transfer der Implementationsstrategie in den von Thüringen gewählten Schwerpunkten. |
| Phase III: | u.a. im ersten Schulhalbjahr 2007/08 Auswertung und Dokumentation der Ergebnisse |
Damit sich die Konzeption von einem anderen Lernen und Lehren, das die Eigentätigkeit und das selbst gesteuerte Lernen der Schüler hervorhebt, dauerhaft durchsetzt, muss die Verbreitung des konzeptionellen Ansatzes sichergestellt werden. In die Disseminationsphase werden nun weitere Schulen einbezogen, die von zuvor ausgebildeten Multiplikatoren angeleitet werden. Die Arbeitsergebnisse werden wissenschaftlich evaluiert, aber auch einer Selbstevaluation, die in Arbeitsgruppen vorbereitet und diskutiert wird, unterzogen.
Jedes Set wird sich aus vier bis sechs Schulen zusammensetzen.
| Chemie im Kontext | ||
|---|---|---|
| Set 1:
Naturwissenschaft Bildung an Grundschulen |
Set 2:
Überleitung des Projekts "Chemie einfach gut" in das Projekt "Chemie im Kontext" |
Set 3:
Entwicklung des Kompetenzbereichs "Erkenntnisgewinnung" (Bildungsstandards) in den drei naturwiss. Fächern Biologie, Chemie und Physik |
| Teilnehmer: Setkoordinator, Set aus 5-6 Schulen | Teilnehmer: Setkoordinator, Set aus 5-6 Schulen | Teilnehmer: Setkoordinator, Set aus 4-5 Schulen |
Hinweis: Diese Sets werden von Herrn Prof. V. Woest, Friedrich-Schiller-Universität Jena betreut. Die Charakterisierung von Set 1 und Set 2 erfolgt in Kürze.

Der Fachunterricht wird nicht aufgelöst. Die Entwicklung der naturwissenschaftlich, fachübergreifenden Kompetenzen erfolgt in den drei Fächern. Begründung: Die Unterschiede der drei naturwissenschaftlichen Fächer liegen nicht allein in den untersuchten Gegenständen, sondern vor allem in den fachtypischen Konzepten, Methoden und Erklärungsansprüchen. Die drei naturwissenschaftlichen Fächer betrachten unterschiedliche Teilaspekte der naturwissenschaftlichen Welterschließung. Sie schauen durch "unterschiedliche Brillen".
| Chemie | Physik | Biologie |
|---|---|---|
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Bemerkung: In Thüringen arbeiten bereits einige Schulen zum genannten Schwerpunkt "Erkenntnisgewinnung" im Rahmen des Projekts Piko (Physik im Kontext). Eine Zusammenarbeit wird angestrebt.
Das Projekt teilt sich in folgende Abschnitte ein:
Das Projekt beginnt Ende 2005.
Nähere Hinweise über Verlauf, konkrete Inhalte und Teilnahmemöglichkeiten erhalten Sie über Thillm, (Dr. Sabine Hild).