Mit der Novellierung des Thüringer Bildungsgesetze und der Änderung der Thüringer Schulordnung 2003 erhalten alle Schüler die Möglichkeit, ihre kontinuierlich erworbenen Fachkenntnisse, körperlichen Fähigkeiten und sportlichen Fertigkeiten in die Abschlussprüfung einzubringen. Das Ziel besteht in der Überprüfung des Endniveaus der Klassenstufe 10, wie es im Lehrplan Sport für die Thüringer Regelschule (1999) festgeschrieben ist.
Der Fachkonferenz Sport kommt hinsichtlich einer langfristigen und kontinuierlichen Planung besondere Bedeutung zu. Einerseits sind pro Schuljahr die verschiedenen Lernbereiche in einem ausgewogenen Maß zu planen sowie mit einem klassenstufenspezifischen Endniveau anzustreben. Zum Anderen gilt es für jeden Lernbereich ein didaktisches Stufenkonzept zu erarbeiten, um ein stetig steigendes Anforderungsniveau zu gewährleisten. Deshalb sind Absprachen unter den Fachkollegen zu Zielen, Inhalten, Methoden und Bewertungsmöglichkeiten unabdingbar für die Durchführung einer Wahlprüfung im Fach Sport.
Die Prüfungsleistung resultiert aus einem sporttheoretischen sowie einem sportpraktischen Teil, der aus den zwei Lernbereichen besteht. In diesen werden sportartspezifische konditionelle und koordinative Fähigkeiten, Komplexübungen, Zielspiele, Kürkombinationen etc. überprüft. Der sporttheoretische Teil sowie die konditionell-koordinativen Tests werden durch die Prüfungskommission festgelegt. Die beiden Lernbereiche (Sportarten) kann jeder Schüler frei anwählen (entsprechend der schulinternen Jahresplanung der Fachkonferenz Sport). Die Bewertung geht mit nachfolgenden prozentualen Anteilen in die Prüfungsnote ein.
| Prüfungsteil | Prüfungsbereich | Anteil an der Prüfungsnote | |
| Theorie | mündliche Prüfung | 50% | |
| Praxis | Individualsportart | 25% | 50% |
| Sportspiel | 25% | ||
Die Überprüfung der konditionellen und koordinativen Fähigkeiten der Schüler erfolgt mittels standardisierter Tests. Zwei Testübungen pro Lernbereich werden durch die Prüfungskommission ausgewählt und festgelegt. Zu empfehlen sind ein konditioneller sowie ein koordinativer Test, die mit insgesamt 10% in die Sportart eingehen.
Die Leistung im Rahmen einer Individualsportart setzt sich aus mehreren komplexen Anforderungen zusammen, die das Endniveau der Klassenstufe 10 im Lehrplan widerspiegeln sollen. Prinzipiell kann jeder Schüler die verbindlichen Lernbereiche Leichtathletik (3-Kampf), Gerätturnen (3-Kampf) bzw. Gymnastik und Tanz für Mädchen (je eine Übungskombination) anwählen, wobei die Wertigkeit der Teilleistungen innerhalb einer Sportart gleich sein sollte (außer konditionell-koordinativer Bereich mit 10%). Auf Entscheid der Fachkonferenz Sport werden verschiedene alternativ-verbindliche Lernbereiche kontinuierlich unterrichtet, die somit anwählbar sind. In Bezug auf den Lehrplan können insgesamt folgende Individualsportarten zur Wahl stehen:
| Verbindlicher Bereich | Alternativ-verbindlicher Bereich |
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| bzw. weitere von der Schule angebotene Sportarten | |
Im Bereich der Sportspiele setzt sich die Leistung aus dem konditionell-koordinativen Tests mit 10%, 2 Komplexübungen (Angriff und Verteidigung) zu je 25% sowie der Spielfähigkeit im Zielspiel der Klassenstufe 10 mit 40% Wertigkeit zusammen. Die Schüler können eines der folgenden Sportspiele anwählen, sofern es im verbindlichen bzw. alternativ-verbindlichen Bereich des Sportunterrichts kontinuierlich gelehrt wurde (mind. ein Zielschussspiel und ein Rückschlagspiel, vgl. Lehrplan) :
| Zielschussspiele | Rückschlagspiele |
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| bzw. weitere von der Schule angebotene Sportspiele | |
Die theoretischen Leistungen sollten sich vorrangig auf Kenntnisse aus dem sportpraktischen Teil beziehen. Dabei stehen komplexe Aufgabenstellungen im Mittelpunkt, die das Anforderungsprofil der individuell angewählten Schulsportarten widerspiegeln. Darüber hinaus ist das allgemeine Wissen zur sportlichen Tätigkeit sowie zu fächerübergreifenden Themen zu überprüfen. Folgendes Anforderungsniveau sollte durch den Prüfungsteilnehmer erfüllt werden:
Jede Prüfungskommission muss einen Aufgabenkatalog für alle angewählten Lernbereiche sowie den allgemeinen sporttheoretischen und fächerübergreifenden Teil erstellen. Dieser sollte komplexe Aufgabenstellungen enthalten, das Anforderungsprofil der jeweiligen Sportart beachten und Wahlmöglichkeiten für die Schüler eröffnen (vgl. Lehrbuch).