Rahmenorientierungen für den Sportförderunterricht (SFU) in Thüringen
Sportförderunterricht ist ein Bestandteil des Schulsports und als solcher verfolgt er dessen Zielstellung, "an Bewegung, Spiel und Sport gebundene Erfahrungen und Erlebnisse zu vermitteln" (LP Sport).
Sportförderunterricht ist in erster Linie ein bewegungserzieherisches Zusatzangebot, vorgesehen für Schüler, deren motorische Entwicklung Defizite aufweist, die vor allem durch Bewegungsmangel infolge unterschiedlichster Einflüsse (Umwelt, Erziehung, Krankheit) verursacht sind.
Bewegung und die damit verbundenen Erlebnisse, Körpererfahrungen stellen einen unverzichtbaren, nicht austauschbaren Bestandteil gesunder Entwicklung eines Kindes dar. Abgeleitet davon steht die Forderung, jedem Schüler im Rahmen seiner individuellen Besonderheiten positive Bewegungs-, Spiel- und Sporterfahrungen zu ermöglichen.
Sportförderunterricht hat vor allem Selbstorganisation von Bewegung, Spiel und Sport, Sozial- und Selbstkompetenz zum Ziel. Ausgehend von einem ganzheitlichen Bildungsansatz, orientiert am altersgerechten sowie individuellen Bewegungsbedürfnis, sollen Schüler motiviert und befähigt werden
Sportförderunterricht berücksichttigt die Anforderungen des Lehrplanes Sport, folgt aber nicht der Sachstruktur. Er strukturiert die Inhalte sportartübergreifend, grundlagenorientiert, freizeit- und gesundheitsorientiert.
Sportförderunterricht integriert innovative Lehrinhalte, gestaltet sich aus unterschiedlichen Sinngebungen heraus mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Alltagsmaterialien, bekannten Sport- und psychomotorischen Übungsgeräten.
Sportförderunterricht ist bestimmt durch handlungsorientiertes Lernen, akzentuiert das spielerische Üben und praktiziert situativ lebendiges Lernen, schöpft aus der Phantasie der Schüler und regt ihre Kreativität an.
Der Unterricht findet in kleinen Gruppen (8-15 Teilnehmer) bei weitgehendst individueller Förderung ohne Zeit- und Leistungsdruck statt.
Unter Berücksichtigung vielfältiger Ursachen motorischer leistungsschwäche gelten nachfolgende Teilziele als Orientierungshilfen. Sie sind entsprechend der Zusammensetzung der Gruppen didaktisch zu interpretieren.
| Ziele | Klassenstufen 1-4 | Klassenstufen 5-7 |
| Muskuläre Kräftigung und Haltungsschulung | Haltung – Ausdruck psycho-physischer Befindlichkeiten | |
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| Vervollkommnung elementarer motorischer Fertigkeiten, koordinativer Fähigkeiten | Förderung individueller Wahrnehmungsleistungsfähigkeit | |
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| Verbesserung aerober Ausdauerleistungsfähigkeit |
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| Abbau sozialer Randstellungen, Korrektur von Verhaltensauffälligkeiten | differenzierte Bewegungsangebote (unauffällig), Übungsund Spielsituationen mit Bedingungen für kooperatives Handeln und soziale Interaktionen | |
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| Förderung sportiver Handlungsfähigkeit | Bestätigung und Animation zu freizeitsportlichen Aktivitäten | |
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Die Gestaltungsvorschläge für den Sportförderunterricht erfolgen auf der Grundlage der Empfehlungen der Kultusministerkonferenz vom 26.02.1982 und der Richtlinien des Thüringer Kultusministeriums für Förderunterricht im Schulsport.
Voraussetzung für das Leiten von Sportförderunterricht an den Thüringer Grundschulen, Regelschulen, Gesamtschulen, Gymnasien ist der Nachweis einer entsprechenden Qualifikation.
Die Regelung der Teilnahme am Sportförderunterricht erfolgt in Zusammenarbeit von Schulleitung, Sportlehrern, Leitern des SFU, Eltern und Arzt. Die Teilnahme ist freiwillig.